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Christina Wagner

Nach ihrer Indienststellung am 15. Mai 2025 wurde die „GENOVA EXPRESS” am 28. Oktober 2025 im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven feierlich getauft. Am 24. April 2026 lief sie nun erstmals auch ihren Heimathafen Hamburg an.
Die GENOVA EXPRESS ist das elfte von zwölf Schiffen der HAMBURG EXPRESS-Klasse von Hapag-Lloyd. Wie ihre Schwesterschiffe wurde sie bei der südkoreanischen Hanwha Ocean Co., Ltd. in Geoje gebaut.
Das Schiff wird im FE3-Service der Gemini Cooperation zwischen Europa und Ostasien eingesetzt. Ursprünglich plante die Gemini Cooperation, ein am 1. Februar 2025 gegründetes Netzwerk der
dänischen Maersk Reederei und Hapag-Lloyd, die Containerriesen von Hapag-Lloyd ab 2025 nicht mehr in Hamburg, sondern in Wilhelmshaven abzufertigen. Doch seit Beginn des Jahres laufen auch wieder
Schiffe der Hamburg-Express-Klasse den Hamburger Hafen an. So konnte die GENOVA EXPRESS nun erstmals ihren Heimathafen anlaufen.
Obwohl sie baugleich ist, unterscheidet sich die GENOVA EXPRESS zusammen mit dem letzten Schiff der Klasse, der WILHELMSHAVEN EXPRESS, von ihren Schwesterschiffen. Beide Schiffe wurden mit einem sogenannten Bow-Windshield ausgestattet. Dadurch soll der Luftwiderstand reduziert werden. Dies ist nachvollziehbar, da die hohe Lagenzahl und Breite der Deckscontainer zu einer senkrechten Wand führen. Allein bei Luke 1 mit 20 Containerreihen und maximal neun Lagen ergibt sich eine Wand mit einer „Segelfläche” von rund 1 125 m². Das Windshield soll den Luftstrom besser an den Containerstapeln vorbeiführen, wodurch sich der Kraftstoffverbrauch um 1 bis 2 % reduzieren lässt.
Inzwischen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Windshield-Konstruktionen. Bei Hapag-Lloyd entschied man sich für eine runde Kuppelform. Die Installation des Windshields machte eine leichte Veränderung des Bugbereichs erforderlich. Dies betrifft vor allem das Schanzkleid des Backdecks, das nun nicht nur senkrecht und höher, sondern auch als tragendes Element für den Windschild stärker ausgeführt werden musste. Ob nach der Testphase auch die anderen Schiffe der Klasse entsprechend nachgerüstet werden, ist nicht bekannt.



Die GENOVA EXPRESS ist 399,90 m lang, 61,0 m breit und hat einen maximalen Tiefgang von 16,50 m. Damit erreicht sie eine Tragfähigkeit von 224.912 Tonnen. An Bord stehen insgesamt 23.664 Stellplätze für TEU zur Verfügung. Davon verfügen 1.500 über Anschlüsse für Kühlcontainer. In den Laderäumen können bis zu zwölf Lagen in 22 Containerreihen gestaut werden. An Deck können ebenfalls maximal 12 Lagen gestaut werden. Hierfür stehen bis zu 24 Containerreihen nebeneinander zur Verfügung.
Wie ihre Schwesterschiffe wird die „GENOVA EXPRESS” mit LNG betrieben. Der 18.650 m³ fassende LNG-Tank befindet sich unterhalb des Brückenaufbaus. Dort wird das LNG bei einer Temperatur von unter
-162 °C im flüssigen Zustand gelagert. Für die Nutzung in den Maschinenanlagen wird es durch Erwärmung in den gasförmigen Zustand versetzt.
Der Antrieb erfolgt über einen 2.246 Tonnen schweren 11-Zylinder-Dual-Fuel-Dieselmotor des Typs Hyundai-MAN 11G95ME-C10.5-GI x 1-Set. Als Dual-Fuel-Motor ist er für den Betrieb mit Very Low
Sulphur Fuel Oil (VLSFO), einem sehr schwefelarmen Treibstoff, sowie mit synthetischem Gas ausgelegt. Die Kolbenbohrung des Motors beträgt 0,95 m, der Kolbenhub 3,46 m. Mit einer Leistung
von 58.270 kW treibt er einen 102 t schweren, sechsflügeligen Propeller mit einem Durchmesser von 10,30 m an. Damit können die GENOVA EXPRESS eine Geschwindigkeit von 22 Knoten erreichen.
Für die Stromversorgung stehen neben einem leistungsstarken Wellengenerator fünf Dieselgeneratoren mit einer Gesamtleistung von 18,5 Megawatt zur Verfügung. Wie die Hauptmaschine sind auch
Dieselgeneratoren sind für den Betrieb mit LNG ausgelegt. Um in Häfen auf die Dieselgeneratoren verzichten zu können, ist das Schiff beidseitig des Schornstein-Aufbaus mit einem
Landstromanschluss ausgerüstet.
Als Manövrierhilfe verfügt das Schiff über zwei Bugstrahlruder mit einem Propellerdurchmesser von 2,85 Metern und einer Leistung von jeweils maximal 3.000 kW.
Die Daten der GENOVA EXPRESS im Überblick:
| Name: | GENOVA EXPRESS |
| IMO: | 9943906 |
| Bauwerft: | Hanwha Ocean Co., Ltd., Südkorea |
| Bau-Nr.: | 4376 |
| Kiellegung: | 03.09.2024 |
| Aufschwimmen: | 24.11.2024 |
| Ablieferung: | 15.05.2025 |
| GT: | 229.376 |
| NT: | 108.203 |
| DWT: | 224.912 t |
| Länge über alles: | 399,90 m |
| Länge z. d. Loten: | 383,30 m |
| Breite: | 61,00 m |
| Seitenhöhe: | 32,20 m |
| Tiefgang: | 16,50 m |
| Containerkapazität: | 23.664 TEU |
| Kühlanschlüsse: | 1.500 |
| Hauptmaschine: | 1 x Hyundai-MAN 11G95ME-C10.5-GI mit 58.270 kW |
| Hilfsmaschinen: |
1 x Wellengenerator 5 x Dieselgeneratoren |
| Bugstrahlruder: |
2 x 3.000 kW |
| Geschwindigkeit: |
22,0 kn |
Hinweis: Derzeit bereite ich einen ausführlichen Bericht über die Hamburg Express Klasse vor. Er wird demnächst hier erscheinen.
Impressionen der GENOVA EXPRESS
Nachdem sie in der Nacht vom 24. auf den 25. April 2026 erstmals in ihrem Heimathafen Hamburg einlief, verließ sie diesen am 27. April um 17.00 Uhr wieder. Mit Kurs auf Antwerpen lief sie in Richtung Nordsee. Da sie in Finkenwerder noch einem entgegenkommenden Bulker abwarten musste, erreichte sie erst kurz vor 20.00 Uhr Kollmar. Hier entstanden die Bilder bei einer schon tief stehenden Sonne.










