Beitrag von:
Christina Wagner

HAPPY BIRTHDAY WILHELM KROOSS
Mit diesem Beitrag ehre ich heute die Fähre WILHELM KROOSS. Seit nunmehr 55 Jahren versieht sie unermüdlich ihren täglichen Dienst im Fährverkehr zwischen Glückstadt und Wischhafen.
Sie wurde am 1. September 1970 bei der D. W. Kremer Werft in Elmshorn mit der Baunummer 1145 auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 14. Dezember 1970, und die damalige Both, Harttermann,
Krooß OHG konnte ihr damaliges neue Flaggschiff der Elbfähre am 29. April 1971 von der Werft übernehmen.
Namensgeber für die Fähre war Wilhelm Krooß, der 1967 verstorben war. Er war Besitzer der Krooß-Werft in Wischhafen, auf der 1951 die WISCHHAFEN (I) und 1952 die WISCHHAFEN (II), die ersten
großen Autofähren für die Elbfähre, gebaut wurden. Durch den Bau der Schiffe wurde er auch Anteilseigner des Fährbetriebs Hartermann & Krooß. Diese stand zunächst in Konkurrenz zur
Glückstädter Reederei Erst Sturm. Mit der 1955 erfolgten Inbetreibnahme der neuen Verladebrücken in Glückstadt und Wischhafen einigte man sich aber auf eine gemeinsame Nutzung der Anlagen.
Die Annährung führte 1957 zur Fusion der beiden Reedereien zur Both, Harttermann, Krooß OHG. Aus dieser Gesellschaft entstand 1981 die Unterelbe-Fährbetrieb Glückstadt-Wischhafen GmbH & Co. KG. 2019 feierte die Elbfähre ihr 100-jähriges Bestehen. Im Jahr 2021 verkaufte die Eigentümerin Hildegard Both-Walberg die Gesellschaft an die Flensburger Förde Reederei Seetouristik GmbH & Co. KG (FRS). Mit dem Wechsel erhielten auch die Fähren und die Anleger ein neues Farbkleid.
Die WILHELM KROOSS erfuhr in ihren 55 Jahren einige Veränderungen und Anpassungen an das wachsende Verkehrsaufkommen. Im Jahr 1971 war die Fähre 41,45 Meter lang und hatte eine Kapazität von rund 32 Pkws. Bereits sechs Jahre nach ihrer Indienststellung wurde sie verlängert. Durch das Einfügen einer Rumpfsektion stieg ihre Länge auf 48,00 Meter und ihre Kapazität auf rund 45 PKW. 1992 erfolgte eine weitere Verlängerung auf die heutigen 56,70 m. Damit wurde ihre Kapazität den jüngeren Schwestern ERNST STURM (Baujahr 1979) und WISCHHAFEN (Baujahr 1988) angepasst. Im Rahmen der letzten Verlängerung wurde die WILHELM KROOSS mit einem Bugstrahlruder nachgerüstet. Damit wurden vor allem die notwendigen Drehmanöver an den Anlegern vereinfacht und beschleunigt.

Im Rahmen einer grundlegenden Modernisierung um 2009/2010 erhielt neben neuen Dieselmotoren vom Hersteller Caterpillar sich auch ein neues Ruderhaus. Das alte Ruderhaus mit seiner markanten hinteren Abschrägung wurde durch ein neues Ruderhaus, dass dem der anderen Fähren angepaßt ist, ausgetauscht.




Nachfolgend ein Überblick über die Daten, soweit sie ermittelbar waren. Da sie aus verschiedenen Quellen stammen kann ich die Richtigkeit nicht garantieren*.
| Ursprüngliche Daten 1971: | 1. Verlängerung: | 2. Verlängerung + aktuell | |
| Vermessung: | 295 BRT | 480 BRT | 295 BRZ |
| Länge: | 41,25 m | 48,00 m | 56,70 m |
| Breite: | 13,80 m | 13,80 m | 13,80 m |
| Tiefgang: | 1,40 m | 1,40 m | 1,60 m |
| PKW: | 32 | 45 | 55 |
| Passagiere: | 300 | 350 | 400 |
| Antrieb: | 2 x Deutz Diesel, Zusammen 588 kW | 2 x Deutz Diesel, zusammen 588 kW | 2 x Caterpillar zusammen 790 kW |
| Propeller: | 2 | 2 | 2 |
| Bugstralruder: | - | - | 1 x |
| Geschwindigkeit: | 9,0 kn | 9,0 kn | 11,5 kn |
* Wer über genauere Informationen zur Geschichte, Umbauten und Technik der Wilhelm Krooss verfügt, kann sich sehr gerne über Kontaktformular Christina Wagner mit mir in Verbindung setzen.
IMPRESSIONEN DER WILHELM KROOSS








Zwei OLD LADYS
Das Bild zeigt die beiden ältesten Fähren der Elbfähre Glückstadt - Wischhafen. Die GLÜCKSTADT verkehrt seit 1959 über die Elbe. Die WILHELM KROOSS seit 1971. Auch wenn man ihnen das Alter, wie es sich für echte Ladys gehört, nicht ansieht, bringen es die beiden zusammen auf nunmehr 122 Dienstjahre!

Aufgrund des geplanten Baus des A20 Tunnels ist die Zukunft der WILHELM KROOSS und der Elbfähre insgesamt noch nicht absehbar. Aber eines dürfte wohl relativ sicher sein, in fünf Jahren feiert sie ihr 60 Dienstjubiläum.
Von daher wünsche ich der Fähre WILHELM KROOSS und ihrer Besatzung weiterhin „Gute Fahrt und immer die berühmte Handbreit Wasser unter dem Kiel”. Auf Grund der Schlickproblematik, insbesondere bei niedrigen Wasserständen, fehlt selbst diese manchmal.

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