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AAL HOUSTON - AAL SUPER B-Klasse


Beitrag von:

Christina Wagner

AAL HOUSTON, IMO 9958779, MPP und Heavy Lift Vessel, AAL Super B Class
Nach einem Besuch in Hamburg lief die AAL HOUSTON am 25.10.2025 auf der Elbe in Richtung Nordsee. Sie ist das dritte Schiff der AAL Super B-Klasse.

 

Die Austral Asia Line Pte. Ltd. (AAL) ist ein Unternehmen der Schoeller Holding Ltd. mit Hauptsitz in Singapur. Zur Schoeller Holding gehört unter anderem auch die Columbia Shipmanagement Ltd. (CSM). Die 1995 gegründete AAL betreibt derzeit eine Flotte von 26 Mehrzweckfrachtern im Schwergutsegment. 


Von den ursprünglich 10 Schiffen der AAL A-Klasse sind noch 9 bei der AAL in Fahrt. Auf dem Foto ist die AAL MELBOURNE auf der Elbe (13.08.2025)
Von den ursprünglich 10 Schiffen der AAL A-Klasse sind noch 9 bei der AAL in Fahrt. Auf dem Foto ist die AAL MELBOURNE auf der Elbe (13.08.2025)

Zu den leistungsfähigsten Schiffen zählten bisher die Schiffe der A-Klasse. Von den ursprünglich zehn Schiffen, die zwischen 2010 und 2014 abgeliefert wurden, sind noch neun im Dienst der AAL. 
Im November 2021 präsentierte die AAL ihren neuen Mehrzweckfrachter und Heavy Lift Carrier der AAL-Super-B-Klasse. Die neuen Schiffe sollten neue Maßstäbe setzen und werden von der AAL deshalb als Premium-Klasse bezeichnet. Neben den leistungsfähigen Kränen zeichnen sich die Methanol Ready Schiffe insbesondere durch die erstmalige Einführung des AAL ECO-Decks aus. Ihre Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit der AAL mit der CSM. Die CSM hat auch das Management der Schiffe übernommen.


 

Zunächst wurden im November 2021 vier Schiffe bei der chinesischen CSSC Huangpu Wenchong Shipbuilding Company bestellt. Im Februar 2022 wurde dieser Auftrag um zwei weitere Einheiten erweitert. Im Mai 2024 wurde der Bauvertrag für zwei weitere modifizierte Schiffe mit einer größeren Krankapazität geschlossen. Damit umfasst diese Klasse derzeit acht Schiffe, von denen sich aktuell sechs in Fahrt befinden. Die beiden letzten Schiffe dieser Klasse sollen 2026 abgeliefert werden.

 

Bauliste:

NAME IMO-Nr.: Bau-Nr.: Ablieferung:
 AAL LIMASSOL 9958755 H2469 16.05.2024
AAL HAMBURG 9958767 H2470 18.07.2024
AAL HOUSTON 9958779 H2471 12.09.2024
AAL ANTWERP 9958781 H2472 15.11.2024
AAL DUBAI 9963542 H2473 26.03.2025
AAL DAMMAM 9963554 H2474 07.07.2025
AAL NEWCASTLE 1066300 H2543 26.03.2026
AAL MUMBAI 1066312 H2544 11.05.2026

 

Um auch bei sehr hohen Decksladungen einen freien Sichtstrahl von der Brücke zu gewährleisten, wurde der Brückenaufbau nach vorne verlegt. Der Maschinenraum liegt dagegen im Heckbereich. Die Schiffe sind 179,90 m lang, 30,00 m breit, haben einen Tiefgang von 10,30 m und eine Tragfähigkeit von 32.500 t. Um eine größtmögliche freie Deckfläche zu erreichen, sind die drei Bordkräne an der Backbordseite positioniert. Die Schiffe sind mit zwei Laderäumen mit einem Gesamtvolumen von 41.500 m³ ausgestattet.

Laderäume/Decksflächen:
Die Schiffe verfügen über zwei Laderäume. Laderaum 1 verfügt über eine Ladeluke mit 68,40 m Länge und 25,00 m Breite. Laderaum 2 weist eine Luke mit einer Länge von 38,00 m und einer Breite von ebenfalls 25,00 m auf. Mit einem Volumen von 27.100 m³ für Laderaum 1 und 14.400 m³ für Laderaum 2 bieten die Laderäume ein Gesamtvolumen von 41.500 m³. Im Bereich des Doppelbodens haben die Laderäume eine Fläche von 2.660 m² und eine Tragkraft von 22,0 t/m². 


In beiden Laderäumen können in verschiedenen Höhen Zwischendecks eingelegt werden. Die Paneele verfügen über eine Tragkraft von 3,5 t/m² und bieten eine maximale Staufläche von 2.660 m².


Die Laderäume werden mit hydraulischen Falt-Lukendeckeln verschlossen. Luke 1 wird mit zwei Lukendeckeln aus jeweils vier Paneelen verschlossen. Bei Luke 2 kommen zwei Lukendeckel aus je zwei Paneelen zum Einsatz. Die Lukendeckel sind für eine maximale Belastung von 5,5 t/m² ausgelegt. Bei überhoher Ladung in den Laderäumen können die Luken auch offen gefahren werden.
Auf dem Wetterdeck steht eine Gesamtfläche von 4.500 m² zur Verfügung. Die durchgehende freie Deckfläche von 3.880 m² ist 146,00 m lang und 26,50 m breit.

 

AAL ECO-Deck

Mittels des AAL Eco Deck Systems kann die Deckfläche erweitert werden. Erweiterungen des Decks über die Bordwand hinaus werden bei MPP schon länger eingesetzt. Dabei handelte es sich bisher jedoch um eher provisorische Konstruktionen mit Pontondeckeln des Zwischendecks. Das Eco Deck System von AAL gehört dagegen zur festen Ausstattung der Schiffe. Auf der Steuerbordseite befinden sich entlang des Ladedecks drehbare Stützen. Werden diese seitlich gedreht, entsteht in Kombination mit bis zu fünf Ponton-Paneelen eine überhängende, erweiterte Decksfläche von ca. 760 m². Damit erhöht sich die nutzbare Fläche auf dem Wetterdeck auf bis zu 5.260 m². Werden die Paneele nicht genutzt, können sie an Deck gestaut werden. Aufgrund ihrer Länge von 25,00 m können sie auch in den Laderäumen als Zwischendeck genutzt werden.


AAL Houston, AAL Super B-Class, ECO-Deck
Auf dem Achterdeck sind die 5 Ponton Paneele für das AAL ECO-Deck gestaut. Diese können auch in den Laderäumen als Zwischendeck genutzt werden.
Entlang des Ladeluken befinden sich auf der Steuerbordseite des Schiffes die Stützen (hier eingeklappt) für das ECO-Deck. Mit den Ponton-Paneelen (im Hintergrund) kann eine bis zu 760 m² große eine über die Bordwand ragende, Decksfläche geschaffen werden.
Entlang des Ladeluken befinden sich auf der Steuerbordseite des Schiffes die Stützen (hier eingeklappt) für das ECO-Deck. Mit den Ponton-Paneelen (im Hintergrund) kann eine bis zu 760 m² große eine über die Bordwand ragende, Decksfläche geschaffen werden.

 

Containerkapazität:
Die Schiffe sind auch für den Transport von Containern ausgelegt. In den Laderäumen können bis zu 820 TEU untergebracht werden. An Deck stehen Stellplätze für weitere 1.090 TEU zur Verfügung. Damit erreichen sie eine Gesamtkapazität von 2.197 TEU. Für den Transport von Kühlcontainern sind 35 Anschlüsse vorhanden.
 
Kräne:
Um eine möglichst große freie Decksfläche zu erhalten, wurden die drei Kräne auf der Backbordseite in Linie mit dem hinten liegenden Schornstein aufgestellt. Auffällig sind die hohen Kransäulen. Damit die Kräne auch bei hohen Frachtstücken ungehindert arbeiten können, sind sie auf ca. 16 m hohen Kransäulen installiert. 
Bei den Kränen handelt es sich um TTS-Kräne des Typs DKII Heavy mit einer Tragfähigkeit von maximal 350 t bei einer Reichweite von 14 m. Mit dem Haupthaken beträgt ihre maximale Reichweite 37,5 Meter. Die Kräne verfügen über einen zusätzlichen Hilfshub mit einer Tragkraft von 80 t bei einer maximalen Reichweite von 40,0 m. Gekoppelt können die Kräne 1 und 2 oder 2 und 3 Lasten bis zu 700 t aufnehmen. Für die Kräne stehen an Bord unterschiedliche Traversen zur Verfügung. Die größte, für 350 t, hat ein Eigengewicht von rund 32 t. 
Bei den zuletzt in Auftrag gegebenen, modifizierten Schiffen AAL NEWCASTLE und AAL MUMBAI werden die Kapazitäten der Kräne auf 400 t erhöht. Damit wird deren kombinierte Hubkraft bei 800 t liegen.


AAL Super B-Class TTS Crane 350 t
Die von TTS gelieferten Kräne haben eine maximale Tragkraft von 350 t.
AAL Houston, TTS Krane DK II Heavy, 350 t
Um auch bei hohen Decksladungen arbeiten zu können, wurden die Kräne auf rund 16 m hohe Säulen installiert.

 

Maschinenanlage:
Die Schiffe sind mit einem Dual-Fuel-Antrieb ausgestattet und als sogenannte Methanol-Ready-Schiffe für eine schnelle Umrüstung auf Methanol ausgelegt. Die Schiffe entsprechen dem IMO-Emissionsstandard Tier III.
Bei der Hauptmaschine handelt es sich um einen Sechszylinder-Zweitakt-MAN-B&W-Dieselmotor des Typs 6S50ME-9.7-GI mit einer maximalen Leistung von 10.680 kW bei 117 U/min. Seine maximale Dauerleistung (MCR) beträgt 7.380 kW bei 107 U/min. Der rund 230 t schwere Motor hat einen Kolbendurchmesser von 500 mm und einen Kolbenhub von 2 214 mm.
Für die Stromversorgung stehen drei Dieselgeneratoren zur Verfügung. Dabei handelt es sich um zwei Daihatsu-Generatorensets vom Typ 6DK-26e und einem Daihatsu-Generatorenset vom Typ 6DK-20e. Die 6DK-26-Motoren haben eine Leistung von jeweils 1.700 kW bei 720 U/min. Der 6DK-20-Motor erzeugt bei 720 U/min eine Leistung von 1.065 kW. Als Notstromaggregat dient ein Dieselmotor des Typs Volvo Penta D13.


Zur Manövrierhilfe verfügen die Schiffe über ein Kawasaki KT-105B3 Bugstrahlruder mit einer Leistung von 1.070 kW sowie ein Kawasaki KT55B3 Heckstrahlruder mit einer Leistung von 550 kW.

Daten AAL HOUSTON  
 IMO-Nr.: 9958779

Bauwerft:

CSSC Huangpu Wenchong Shipbuilding Company
Baunummer: H2471
Kiellegung: 22.12.2023
Aufschwimmen: 20.04.2024
Ablieferung: 12.09.2024
GT: 25.784
NT:   9.288
DWT: 32.506 t
Länge über alles: 179,90 m 
Länge z. d. Loten: 176,90 m
Breite auf Spanten   30,00 m
Breite mit ECO-Deck:   34,50 m
Seitenhöhe:   15,50 m
Tiefgang:   10,30 m
Laderäume  2
Ladeluken Abmessungen:

Ladeluke 1: 68,40 m x 25,00 m

Ladeluke 2: 38,00 m x 25,00 m

Volumen Laderäume:

Laderaum 1:  27.100 m³

Laderaum 2: 14.400 m³

Gesamt:          41.500 m³

Decksflächen:

Wetterdeck gesamt: 4.500 m²

Wetterdeckfläche mit ECO-Deck: 5.260 m²

Wetterdeck freie unverbaute Decksfläche: 146,00 m x 26,50 m/ 3.880 m²

Zwischendeck: 2.660 m²

Tankboden:       2.660 m²

Containerkapazität:

Im Raum:     820 TEU

An Deck:   1.090 TEU

Gesamt:    1.910 TEU

Kräne: 3 x TTS DKII Heavy, Tragkraft maximal 350 t, gekoppelt 700 t
Hauptmaschine: 1 x MAN B&W 6S50ME-C9.7 GI mit MCR Leistung von 7.380 kW bei 107 U/min
Hilfsmaschinen:

2 x Generatorenset Daihatsu DK-26e, Motorenleistung je 1.700 kW bei 720 U/min

1 x Generatorenset Daihatsu DK-20e, Motorenleistung 1.065 kW bei 720 U/min

1 x Notstromaggregat Volvo Penta D13

Bugstrahlruder:

1 x 1.070 kW

Heckstrahlruder:

1 x    550 kW

Reisegeschwindigkeit:

14,5 kn

 

Fotos der AAL HOUSTON

Am 25. Oktober 2025 hatte die AAL HOUSTON in den frühen Morgenstunden den Hamburger Hafen verlassen. Im ersten Tageslicht, bei allem anderen als schönen Wetter, passierte sie gegen 7.30 Uhr die Elbe bei Steindeich. Kein optimales Wetter zum Fotografieren, aber eine Gelegenheit das dritte Schiffe der AAL Super B-Klasse vor die Kamera zu bekommen.

 


AAL Houston, AAL super b class
In den frühen Morgenstunden schob sich die AAL HOUSTON auf der Elbe in Richtung Nordsee.
AAL Super B-Klasse, AAL HOUSTON
Die AAL HOUSTON hat die Ponton-Paneele für das ECO-Deck im hinteren Decksbereich gestaut.

AAL HOUSTON der AAL super b Klasse auf der Elbe
Hier gut zukennen, die hohen Säulen der drei 350 t Kräne der AAL HOUSTON
AAL Houston, heavy Lift vessel
Das seitliche Foto zeigt das Design der AAL HOUSTON

AAL Houston, Deckshaus
Der Brückenaufbau wurde nach vorne gelegt. Hierdurch ist eine gute Sicht von der Brücke auch bei hohen Decksladungen gewährleistet.
Der Schornstein ist auf der Backbordseite ganz an das Heck gesetzt worden.
Der Schornstein ist auf der Backbordseite ganz an das Heck gesetzt worden.

AAL HOUSTON, Heavy Lift vessel der AAL super b-class
Die AAL HOUSTON leicht von hinten gesehen.
AAL Houston
Hier erkennt man, dass die Kräne und der Schornstein auf der Backbordseite in eine Linie stehen. Hierdurch wird eine größtmögliche freie Deckfläche geschaffen.